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Fieder János (1946): Fieder - Fider Familien10/05/2008, 00:44:40
Nach meinen bisherigen Forschungsergebnissen sind die FIDER-Familien erstmals etwa 50-70 Jahre nach der Vertreibung der Osmanen (1686) anhand verschiedener Quellenmaterialien in Ungarn nachzuweisen. Die damals grundsätzlich lateinisch gebildeten Pastoren und Prädikanten haben den Familiennamen wahrscheinlich so wie sie ihn nach Gehör verstanden haben in der Schreibform „FIDER“ in die Matrikeln eingetragen. Später, in den Jahren nach 1810, ist auch die der deutschen Schreibenweise entsprechende Form „FIEDER“ festzustellen.

Ab den Jahren nach 1750 lebten einige Familien mit diesem Namen mehrere Jahrzehnte lang in Soroksar, und sodann 130 Jahren hindurch im Dorf Vecsés (Wetschesch). Diese Linie siedelte sich auch in Ceglédbercel an. Die Mehrheit der Nachkommen dieser Familien leben auch heute noch im Komitat Pest, einschließlich Budapest. Die Aussiedlung deutschstämmiger Bürger nach dem zweiten Weltkrieg hat in der Geschichte dieser Familien einen verhängnisvollen Kontinuitätsbruch herbeigeführt. Dieser Umstand sowie die Magyarisierung von Familiennamen haben wesentlich dazu beigetragen, dass heutzutage in Vecsés keine FIEDER-Familien zu finden sind.

Ab dem Jahr 1790 ist der Familienname FIDER im Komitat Abaúj nachzuweisen, ebenso in den reformierten Matrikeln von Hernádbûd (am Fluss Hernád) sowie in den evangelischen Matrikeln von Abaújszántó, wo sie als evangelische Gläubige geführt wurden. Diese Familien stammen wahrscheinlich von einer anderen FIDER-Familie aus dem deutschen Sprachgebiet ab. Die Nachkommen dieser Familien leben auch heute meist im Hernád-Tal, dann im Komitat Abaúj, in Miskolc, bzw. in Budapest; abgesehen von einigen Ausnahmen wird deren Familienname heute in der Schreibvariante „FIEDER“ geschrieben.

In Transdanubien ist der Name FIDER schon im Jahre 1767 in den Matrikeln von Gross-Sitke (Nagy-Sitke) zu finden, wo Emericus FIDER und Julianna BARÁTH in diesem Jahr geheiratet haben (alle beide waren Einwohner von Klein-Sitke (Kis-Sitke). Die Nachkommen dieser Familien lebten mehrere Jahrhunderte hindurch in Kis- und Nagy-Sitke, später auch in Simonyi, dann in Sárvár, und sie leben auch heute noch in den erwähnten Orten, sowie in mehreren weiteren Siedlungen in Ungarn. Bis auf eine oder zwei Ausnahmen wurde und wird deren Familienname konsequent als „FIDER“ geschrieben.

Leider weiß ich kaum etwas von den im Bánát (im heutigen Rest-Jugoslawien) und in Süd-Transdanubien angesiedelten FIEDER-Familien, außer den Informationen, die ich über das Vorhandensein einiger Familien im Komitat Baranya und in Fünfkirchen (Pécs) habe. Es würde mir große Freude bereiten, zumindest grundsätzlich etwas über die Herkunft und Vergangenheit dieser Familien zu erfahren.


Namensbezüge:

In der ungarischen Sprache entsprechen dem Übernamen „FIEDER“ in Bezug auf Befederung / Gefieder die folgenden Begriffe: (toll = Feder, tollak/tollazat = Gefieder, pehely = Daune, pihe = Flaum, Flocke.

Es gibt auch die zur Familie der Süßgräser gehörende „Fieder-Zwenke“ (Brachypodium pinnatum), eine zur Gattung der Zwenken gehörende Grasart, die europaweit verbreitet und auch in Ungarn als „tollas-szálkaperlye“ heimisch ist (siehe z.B. Wikipedia, Stichwort: Fieder-Zwenke).

(grammatisch bereinigt von Hans Fendt)
200805384


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